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Zwischen 1-5. Juni der Teleki-Bolyai Bibliothek ist geschlossen!

János Bolyai

„Inzwischen habe ich auch einen neuen Planet in diese Welt gehen lassen, aber ich kann weder seinem Mittelpunkt, noch seine Bahn bestimmen, Gott hat mir einen schönen Sohn geschenkt…Er könnte den Anfang und das Ende zusammenbinden, bauend eine Brücke über diese schreckliche Tiefe.”

(Der Brief von Bolyai Farkas an Gauss)

 

 

Bolyai János ist eine der größten Gestalten der Mathematikgeschichte. Mit seinem Namen ist eine epochenmachende Entdeckung verbunden: die Begründung der nichteuklidischen Geometrie bedeutete eine Revolution auf dem Gebiet der Geometrie und theoretischen Physik, die die Newtonsche Weltanschauung umgestoßen hatte.

Er ist am 15 Dezember 1802 in Klausenburg geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Neumarkt, er war der Schüler des Reformierten Kollegs. Schon als Kind beschäftigte er sich gern mit Mathematik, seine Begabung  zeigte sich früh.  Wegen der finanziellen Lage seiner Familie hatte er keine Möglichkeit in Göttingen weiter zu lernen, deswegen gelang er an die Wiener Ingenieur-Militärakademie.  Die falsche Berufswahl hat sein Leben erschwert. Einige Jahre war er in Temeswar, Arad und Olmütz als technischer Offizier in Dienst, dann als er 30 Jahre alt war ist er in den Ruhestand gegangen und nach Neumarkt zurückgekehrt.  

Bolyai Jánost war schon seit seiner Jugend mit den ungelösten Problemen der Mathematik beschäftigt, darunter interessierte er sich vor allem für die IX. euklidische Axiom und die Problematik des Postulats der Parallele. Euclides, der berühmte griechische Mathematiker hat ca. 300 v. Chr. sein Werk betitelt Elemente (Elemek) geschrieben. Das ist das erste Werk, das die mathematischen Kenntnisse systematisiert vorstellt, indem es einige Behauptungen annimmt, während andere deduktiv bestätigt. Die angenommenen Feststellungen hat er in zwei Gruppen geteilt: Postulats (Forderungen) und Axiome (gewöhnliche Kenntnisse). Mehr als zwei tausend Jahre lang blieb unentschieden, ob das V. Postulat von den anderen Postulaten und von den Axiomen abgeleitet werden kann. Es wird allgemein behauptet, daß die erste Möglichkeit vorliegt, und die wissenschaftliche Welt auf die Beweisführung wartet.

Bolyai János  ist schon 1823 zur Ausarbeitung der nichteuklidische Geometrie gelangen, wie er seinem Vater in seinem in Temeswar datierten Brief geschrieben hatte. Er hat seine Ergebnisse in seinem Werk Scientia Spatii (Die Wissenschaft des Raumes) zusammengefasst, das 1932 als Appendix des Werkes Tentamen von Bolyai Farkas erschienen ist. Bolyai János hat im Appendix eine solche Geometrie aufgebaut, die abhängig von dem V. Postulats – das heißt absolute Geometrie – und eine andere, die sich auf die Neigung des V. Postulats bildet. Die Neigung schließt in sich zwei Möglichkeiten: zu der gegebenen Gerade kann außer auf der ihr gelegenem Punkt keine Parallele gezogen werden, bzw. können unendlich viele Parallele gezogen werden. Bei Bolyai geht es um den letzten Fall, und die auf diesen Fall gebildete Geometrie nennen wir heute hyperbolische Geometrie.

Eine der größten Erfindung des Zeitalters hat im Leben des Erschaffers keine Veränderungen gebracht, weder einen materiellen, noch einen geistlichen Erfolg. Sein Name bleibt für die wissenschaftliche Welt unbekannt.

Er ist am 27 Januar 1860 gestorben. 1911 wurde er ins Grab seines Vaters beigesetzt.

Die Manuskripte von Bolyai János  zählen mehr als 13.000 Seiten und befinden sich in der Teleki-Bolyai-Bibliothek. Die Mehrheit der Manuskripte macht sein philosophisches Werk Die Lehre aus. Sein Autor hat die Absicht ein enzyklopädisches Werk zu schaffen, in dem nach den Kapiteln über die Wissenschaften und Künste die Menschheit im Kapitel „Allheillehre“ den Weg zu der allgemeinen Glückseligkeit finden könnte.

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