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Farkas Bolyai

Bolyai Farkas wurde am 9. Februar 1775 in Bólya (Kreis Sibiu/Hermannstadt) in eine verarmte kleinadelige Familie geboren. Er hat seine Schule im Reformierten Kolleg von Strassburg am Mieresch (Nagyenyed) begonnen. Wegen seiner Begabung in Mathematik und Fremdsprachen wurde er für ein Wunderkind gehalten.

 

Er hat die Mittelschule in Klausenburg (Kolozsvár) fortgesetzt. An der Universität von Göttingen widmete er sich mit großem Interesse dem Studium der Mathematik. Hier schloss er Freundschaft fürs Leben mit Carl Friedrich Gauss, dem großen deutschen Mathematiker.

Nach seiner Heimkehr siedelte er sich in Klausenburg an. Hier wurde sein Sohn János am 15. Dezember 1802 geboren. Als er die Einladung des Reformierten Kollegs von Neumarkt angenommen hatte, hielt er seine Antrittsvorlesung am 4. Mai 1804. Er hat im Kolleg siebenundvierzig Jahre lang Mathematik, Physik, Chemie und Sternkunde unterrichtet. (Die Schule trägt heute seinen Namen.)

Der Hauptbereich seiner vielseitigen Tätigkeit war Mathematik. In seinen ersten Arbeiten behandelte er das Thema der Parallele. Am 9. März 1832 wurde er zum Mitglied der Gesellschaft Ungarischer Wissenschaftler gewählt. Sein Hauptwerk Tentamen (Neumarkt, 1832) enthält seine Überlegungen über die Grundlagen der Mathematik, die bedeutend und neu die seinem Zeitalter vorangehenden Feststellungen zusammenfassen. Er hat seine Mathematikfachwerke zu Lehrwerken bestimmt. Er war ein ausgezeichneter theoretischer Pädagoge, seine Studien über die Schulreform sind erhalten. Darin legt er Wert auf einen sinnvollen Aufbau des Lehrstoffes und auf praktischen Unterricht.

Er interessierte sich für praktische Themen. So hat er Öfen mit wirtschaftlichem Heizungssystem entwickelt, die in Siebenbürgen schnell Verbreitung fanden. Er hat das erste Fachbuch über Forstwirtschaft auf Ungarisch geschrieben. In seinem schriftlichen Nachlass hat er auch Studien über Optik, Flussregelung und Brückenbau sowie ärztliche Rezepte hinterlassen.

Bolyai Farkas fühlte sich auch von der Kunst angezogen: Er hat gemalt, Geige gespielt, Musikstudien geschrieben und sich in seiner Jugend im Theaterspiel versucht. Er hat Gedichte und Theaterstücke geschrieben („Fünf Trauerspiele“ -Öt szomorújáték. Hermannstadt, 1817, „Der Pariser Prozess“ - A párizsi per, Neumarkt, 1818) und hat französische, englische und deutsche Literaturwerke  ins Ungarische übersetzt.

1851 ist sein Werk mit dem Titel Kurzer Grundriss erschienen, das neben dem Auszug von  Tentamen auch die Analyse der hyperbolischen Geometrie enthält sowie die wichtigsten und die meisten in anderen Werken vorhandenen Gedanken zusammenfasst. Im Oktober desselben Jahres hat er seine Versetzung in den Ruhestand beantragt. Im Jahr 1852 hat er seine Abschiedsrede mit dem Titel Bericht (Jelentés) und sein Testament gedruckt.

Am 20. November 1856 ist er in Neumarkt gestorben, er ruht im reformierten Friedhof. 

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